Bieler Zwischennutzungsinitiative: Für mehr Leben und weniger Leerstand

Gestern Abend fand im Konferenzraum der Unia Biel-Seeland die letzte von drei Infoveranstaltungen diese Woche zu einer von der JUSO JS Bielingue geplanten Initiative statt. Zu diesen Treffen wurden potentielle Komiteemitglieder für eine Zwischennutzungsinitiative eingeladen, die Anfang nächsten Jahres lanciert werden wird.

Die drei von der JUSO JS Bielingue organisierten Veranstaltungen wurden von etwa zwei Dutzend Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen besucht. Es waren Personen aus der Bieler Politik- und Kulturszene anwesend, die mit ihren Erfahrungen und ihrem Knowhow die Diskussion zum Thema der Zwischennutzung bereicherten.

Zwischennutzung von ungenutztem Raum – das will die Zwischennutzungsinitiative erreichen und fördern. Ungenutzten Raum gibt es Biel im Vergleich zu anderen Städten überdurchschnittlich viel und genau deshalb lohnt sich eine solche Initiative in dieser Stadt wie in kaum einer anderen.

Wenn Menschen, die etwas für die Gesellschaft tun, sei es kulturell oder durch gemeinnütziges Engagement, keinen geeigneten Raum finden, um ihren Tätigkeiten nachgehen zu können, dann läuft etwas falsch. Dann bleibt gesellschaftliches Potential ungenutzt. Dann verliert Biel.

Paradebeispiel hierfür ist der Verein Stand up for Refugees, der monatelang gezwungen gewesen war, sein Lager in einem besetzen Gebäude zu betreiben, wo Kleidung für geflüchtete Menschen gesammelt und sortiert worden war. Nachdem Stand up for Refugees seit Anfang Sommer ohne geeigneten Lagerraum dastand, konnte erst vor Kurzem wieder ein geeigneter Ort gefunden werden.

Würde Zwischennutzung von ungenutztem Raum in Biel schon heute so ermöglicht werden, wie es die Initiative fordern wird, hätte Stand up for Refugees und auch andere Organisationen und Kulturschaffende keine Probleme, Orte zu finden, um ihren Tätigkeiten nachzugehen.

Kultur und gemeinnütziges Engagement prägen unsere Stadt. Und damit in Zukunft kein soziales Projekt und keine Zirkus-, Theatergruppe oder Band aufgelöst wird, nur, weil sich kein geeigneter Raum in Biel finden lässt – dafür wird Anfang nächsten Jahres die Zwischennutzungsinitiative mit breit abgestütztem Komitee lanciert.

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