JUSO setzt sich für den Erhalt der Fachstelle Integration in Nidau ein

Medienmitteilung, 13.06.17: Die JUSO Bielingue ist empört über das Vorhaben des Gemeinderates Nidau, die Fachstelle Integration abzuschaffen. Diese hat in den vergangenen drei Jahren hervorragende Arbeit geleistet, welche nun zu verschwinden droht. Integration ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, an welchem sich auch die Behörden aktiv beteiligen müssen.

Die Gemeinde Nidau hat 2014 die Fachstelle Integration geschaffen mit dem Ziel, die Integration der in Nidau ansässigen Migrant*innen zu fördern. Zu den Aufgabenbereichen der Fachstelle gehören unter anderem die niederschwellige Beratung und Information, Frühe Förderung und Sprachkurse. Viele dieser Angebote werden von zivilgesellschaftlichen Institutionen und Freiwilligen getragen, die Fachstelle unterstützt, vernetzt und koordiniert die diversen Projekte. Ein Evaluationsbericht zur Arbeit der Fachstelle Integration zeigt ihre wichtige Rolle und ihren Erfolg auf. Die Weiterführung der Integrationsprojekte wäre bei einem Wegfallen der Fachstelle Integration bedroht. Trotzdem will der Gemeinderat die bestehenden 40% Stellenprozente nun abschaffen und sich aus der Verantwortung stehlen.

Migration ist eine Tatsache. Die Frage ist, wie wir als Gesellschaft damit umgehen. Obwohl die Debatte dazu stark polarisiert ist, gibt es einen wichtigen Konsens: Die Integration. Integration ist ein Prozess, an welchem die gesamte Gesellschaft beteiligt ist. Damit Migrant*innen am sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können, ist nicht nur eine Bemühung ihrerseits notwendig, die Zivilgesellschaft und insbesondere der Staat müssen die entsprechenden Voraussetzungen dafür schaffen. Den kommunalen Behörden kommt in diesem Prozess eine grosse Bedeutung zu. Sie kennen die lokalen Gegebenheiten und können zwischen den verschiedenen involvierten Akteuren vermitteln.

Die JUSO ist empört über die geplante Abschaffung der Fachstelle Integration und fordert den Gemeinderat und den Stadtrat Nidau dazu auf, an dieser bewährten Institution festzuhalten und die dafür benötigten Ressourcen bereitzustellen. Ausserdem rufen wir die Bevölkerung Nidaus dazu auf, am Donnerstag vor und während der Stadtratssitzung Präsenz zu markieren und gegen die Verantwortungslosigkeit des Gemeinderats zu protestieren.

Kommentare sind geschlossen.