“Westast so besser!”: Wer Strassen baut, wird Verkehr ernten

Biel. – Am Dienstag hat das Komitee „Westast so nicht!“ unter dem Titel „Westast so besser!“ einen Alternativvorschlag zum bestehenden Projekt der Öffentlichkeit präsentiert. Hier unsere Stellungnahme zum Ansatz des Alternativprojekts.

Kurz zusammengefasst orientiert sich der Vorschlag am Ursprungsprojekt, verzichtet aber auf die Anschlüsse Bienne-Centre und Seevorstadt, womit ein fünf Kilometer langer Tunnel möglich würde, der durchgehend und ohne Unterbruch in 20 Metern Tiefe gebaut werden könnte. Kosten und Bauzeit könnten so laut „Westast so nicht!“ halbiert werden.

Grundsätzlich begrüssen wir den Aktivismus und auch die Professionalität, mit der dieser Vorschlag ausgearbeitet worden zu sein scheint. „Westast so besser!“ wird seinem Namen insofern gerecht, als dass der Alternativvorschlag dem momentanen überdimensionierten Projekt sicherlich einiges voraus hat. Seien es Bauzeitersparnis oder der Boulevard, der geplant ist anstatt einer Autobahnschneise, die die Stadt vom See trennen würde.

Allerdings: „Westast so besser!“ ist und bleibt ein Autobahnprojekt. Es ist ein Alternativvorschlag, der nicht visionär oder sehr zeitgemäss gedacht ist, sondern in alten Denkmustern verharrt, denen zufolge der motorisierte Individualverkehr die Zukunft sei, es immer mehr Autos geben wird und wir deshalb in Automobilinfrastruktur im grossen Stil investieren müssten.

Welche die beste Strategie ist, den A5-Westast in seiner jetzigen geplanten Form zu verhindern – darüber kann man sich streiten. Das Komitee „Westast so nicht!“ will eine moderate Lösung, eine, die möglichst nahe am Ursprungsprojekt dran ist, die aber ohne abgerissene Häuser und gefällte Bäume auskommt. Dabei scheint der Blick auf das grössere Ganze verloren zu gehen: Wer Strassen baut, wird Verkehr ernten. Daran kann auch auch „Westast so besser!“ wenig ändern.

(Medienmitteilung 09.11.17)

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