Solidarisch, geeint hässig und zärtlich miteinander

21.06.2026

Letzten Sonntag, 14. Juni versammelten wir uns schweizweit zu Hunderttausenden auf den Strassen und streikten, um gegen das Patriarchat, den Imperialismus und den Kapitalismus Widerstand zu leisten.

Eine Handvoll Macker diktiert die Welt, die sie sich so zurechtformen, dass sie uns spalten und maximal ausbeuten können. So treffen sie sich am G7-Gipfel abseits der Gesellschaft, um die Form und das Ausmass der patriarchalen, imperialen Gewalt zu planen und diese mithilfe staatlicher Gewalt durchzusetzen.

Systemisch-patriarchale Gewalt

Die Verfolgung von Queeren, die ansteigende Entrechtung von Frauen, Kriminalisierung von Abtreibung und Zerstörung medizinischer Infrastruktur im Sudan, in Kuba, in Palästina und im Libanon trifft immer zu allererst die marginalisierten Menschen: Alle intersektional von Unterdrückung und Diskriminierung Betroffenen. Verhütungsmittel und Hygieneartikel, darunter Binden und Tampons, werden in Krisengebieten zur Mangelware gemacht, und durch die Krisen werden Frauen und Personen mit Uterus verstärkt zur Reproduktionsarbeit gezwungen und ausgebeutet. Imperialismus, Krieg und Genozid sind schliesslich allesamt auch geschlechtsspezifische Gewalt und Feminizid.

Flucht vor der polizeilichen Gewalt wurde verunmöglicht

Einmal mehr zeigte der kapitalistisch diktierte Staat und seine Polizei während der NOG7-Demo und dem feministischen Streik in Genf, dass es in seinem Auftrag ist, das Kapital vor den Arbeiter*innen zu schützen, statt den Schutz der Bevölkerung vor patriarchaler, imperialer und systemischer Gewalt zu gewährleisten. Wir verurteilen die Gewalt, welche die Polizei insbesondere durch masslose Anwendung von Tränengas an der Demonstration ausgeübt hat, sowie die darauf folgende Einkesselung des gesamten Parc Mon Repos. Im Vorfeld der Demo gab es bereits Ausweiskontrollen, Beschlagnahmungen von medizinischen Masken, dazu kam, dass die Polizei die ganze Stadt abgesperrt hatte und somit Fluchtwege blockierte. Eine Flucht vor der polizeilichen Gewalt wurde somit verunmöglicht.

Gestützt auf das Positionspapier der JUSO Schweiz kämpfen wir für die Abschaffung der Polizei und den Aufbau einer neuen Institution, die im Interesse der Allgemeinheit agiert und uns vor den tatsächlichen Gefahren des Systems schützt.

Eine Schande für den sogenannten "Journalismus"

Weiter präsentierten auch die Medien erneut ihre Rolle darin, linke Bewegungen und Widerstand von unten ins Lächerliche zu ziehen und Misogynie zu verbreiten. So "synchronisierte" der Fernsehsender „Tele Bielingue“ eine*n Teilnehmer*in des Queerfeministischen Streiks in Biel mit „Nininini, Kapitalismus, nininini, wir sind violett“. Diese Diffamierung lässt sich nicht mit einem lächerlichen Statement entschuldigen, welches der Sender nur wegen öffentlichen Drucks verfasste, nachdem er es zu vertuschen versuchte. Welch eine Schande für den sogenannten "Journalismus"!

Der feministische Kampf ist ein Kampf gegen die Herrschaftsverhältnisse:

Wir Ausgebeuteten gegen die Klasse der Suprematist*innen, die sich ihren Reichtum von unserer Arbeit erbeuten. Es ist gerade in diesen Zeiten, in denen wir uns organisieren müssen, um uns gegen ihre Grausamkeiten aufzulehnen und zur Wehr zu setzen. Sie sind zu siebt und einige Uniformierte, die uns mit staatlicher Gewalt vor den Herrschenden fernhalten wollen, doch wir sind die Massen der Millionen und Milliarden Menschen auf dieser Welt. Solidarisch, geeint hässig und zärtlich miteinander werden wir dieser Diktatur des Kapitals, welche sich auf das Patriarchat stützt, ein Ende bereiten.

Organisiere auch du dich, werde Mitglied bei uns und hilf dabei, die Gegenmacht zum herrschenden System aufzubauen!


Titelbild: Alex Wissmann